Tipps für das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit

Wissenschaftliche Arbeiten folgen engen sprachlichen und stilistischen Konventionen. Hier gebe ich einige bewährte Tipps, die Ihnen dabei helfen können, das wissenschaftliche Schreiben erfolgreich zu meistern.

 

Klar und verständlich schreiben
Die Zeit, als wissenschaftliches Schreiben hieß, kompliziert zu schreiben und viele Fremdwörter zu verwenden, ist längst vorbei. Verwenden Sie eine klare, präzise Sprache. Inhaltsleere Phrasen und unnötige Fremdwörter haben keinen Platz in einer wissenschaftlichen Arbeit.

 

Den Leser mit auf die Reise nehmen
Alles, was im Text unklar bleibt, wie etwa Begriffe oder Zusammenhänge, muss der Leser selber klären – und das ist in den meisten Fällen die Betreuerin bzw. der Betreuer. Ihr Ziel muss es sein, dass der Leser Ihren Gedanken mühelos folgen kann. Formulieren Sie daher ausführlich, aber nicht ausschweifend, stellen Sie Verbindungen zwischen den Sätzen her und formulieren Sie Übergänge.

 

Aussagekräftige Sätze formulieren
Jeder Satz muss eine klare Aussage haben. Vermeiden Sie Schachtelsätze und achten Sie auf die Satzlänge. Komplizierten, langen Satzkonstruktionen ist nur schwer zu folgen, außerdem bergen Schachtelsätze häufig Grammatikfehler.

 

Füllwörter mit Bedacht einsetzen
Füllwörter, die keinen Nutzen für den Text haben, sind wegzulassen. Beim Korrigieren stelle ich immer wieder fest, dass fast jeder „Lieblingsfüllwörter“ hat, die beinahe auf jeder Seite mehrmals vorkommen und den Lesefluss stören. Häufig vorkommende Füllwörter sind: so, ja, also, bekanntlich, gewissermaßen, eigentlich, dabei, durchaus, wohl, freilich, letztlich, schließlich, schon, gleichsam.

 

Wertende und vage Begriffe vermeiden
Wertende Wörter wie logischerweise, selbstverständlich, natürlich, hervorragend gehören nicht in eine wissenschaftliche Arbeit.
Unpräzise Ausdrücke wie ziemlich, ein wenig, etwas mehr, ein bisschen sind ebenfalls zu vermeiden.

 

Nur das schreiben, was verstanden wird
Grundsätzlich gilt: Es ist nur möglich, einen verständlichen Satz zu verfassen, wenn der Inhalt zu 100 % verstanden wird.

 

Vorsicht bei Man-Sätzen
„Man“ drückt etwas Ungenaues aus und Ungenauigkeit passt nicht zum wissenschaftlichen Arbeiten. Häufig wird daher statt der Verwendung von „man“ im Passiv formuliert.

 

Absätze einziehen
Absätze erleichtern es dem Leser, Ihrem Text zu folgen. Eine ganze Seite ohne Absatz ist kaum zu lesen! Vermeiden Sie aber Absätze, die nur einen oder zwei Sätze beinhalten. In einem Absatz soll möglichst ein gesamter Gedankengang dargelegt werden, der aber eine Verbindung mit dem vorherigen Gedankengang hat. Die Absätze sind also logisch miteinander zu verbinden, um den roten Faden herzustellen.

 

Ich freue mich, wenn Ihnen diese Tipps das Schreiben erleichtern, und wünsche Ihnen viel Erfolg beim Verfassen Ihrer Arbeit!